Künstler: The War On Drugs
Album: Lost In The Dream
Mitglieder: Adam Granduciel, David Hartley, Robbie Bennett, Patrick Berkery
Herkunft: Philadelphia, Pennsylvania/USA
Klingt wie: We Have Band, Foals, The Rapture, Hot Chip
Mach die Türe auf, steig ein, lass dich langsam in den Sitz drücken und genieß die Fahrt, sie wird ein Stück weilen, hier auf der Route 66. Das ist ungefähr das Gefühl, dass man hat, wenn man den ersten Song Under The Pressure vom neuen Album Lost In The Dream der Band The War On Drugs hört. Der fast 9 minütige Opener -und gleichzeitig auch der längste Track auf dem Album- macht Bock auf ein Lebensgefühl das wirkt, wie wenn es aus der Zeitmaschine direkt zu uns geflogen ist, aber nicht mit einem fliegenden DeLorean, sondern mit fliegenden Gitarrenriffs, scheppernden Klaviersaiten und einem wundervoll treibenden Beat, der dich den ganzen langen Weg begleitet, bis zum Ende der Route 66. Ambient, Folk und Präriesound vom feinsten.
The War On Drugs halten ihr Versprechen, dass ihr Name schon trägt: Ein Krieg auf Drogen! Ein Krieg der Gefühle, ein High werden, getragen von den Schlägen der Base und Snare, oder besser: ein Höhenflug mit nüchternem Fall, ein einsinken in das Sofa des Verstandes. Ganz ohne Joint & Pillen. Alles fühlt sich leicht und locker an, fast als ob die brütend heiße Sonne einem durch die halb geschlossenen Augen strahlt und man keine andere Wahl hat, als diese zu schließen und sich vollkommen hin zu geben. Wenn das nicht wie Freiheit schmeckt, dann weiß ich auch nicht!
Der zweite Track Red Eyes ist gleichzeitig auch die erste Single und kommt genau da an wo der Opener aufhörte. Man möchte gleich sein Haar aus dem Fenster halten, die frische Luft schnappen und seine Jeansjacke auf die Rückbank legen. Er überzeugt auf voller Linie mit quirligen Synthie-Sounds und einer Stimmung die nach Revolution schreit. Nach der Revolution des Glücks! Und nach all dem Laut aufschreien und toben ist das Gesicht schon ganz kalt vom kühlen Fahrtwind und lässt einen mit dem dritten Song Suffering sanft runterkommen. The War on Drugs beweisen mit diesem Album wieder einmal (nach dem Vorgängeralbum Slave Ambient), dass sie es auch ohne den ehemaligen Sänger Kurt Vile können! Sie ziehen es im wahrlich gleich, da dieser mitseinem Ausstieg und der dadurch entstandenen Solo-Platte Smoke Ring For My Halo, eine großen Durchbruch feierte.
The War on Drugs haben ein sehr gelungenes Album geschaffen, dass einen durchweg mit einen imaginären alten Chevrolet durch die staubigen Straßen Amerikas scheucht. Mal mit 100 Meilen pro Stunde, mal mit warmer Motorhaube am Straßenrand stehend, mal bei 40 Grad im Schatten und manchmal auch im kalten, verschmutzten Schein der Nacht. Vergesst eure Zigaretten nicht und geht mit dem Album „Lost In The Dream“ auf einen Trip, der euch sicher ans Ziel bringt, egal wo das liegt, Hauptsache irgendwo anders als hier.
Anspieltipps:
- Under The Pressure
- Red Eyes
- Eyes to the Wind
- Lost in the Dream
The War On Drugs ohne Kurt Vile...LÄUFT!: Kevin Herrmann und Jonas Luderer